Evidence-based Management

Thinking outside the box.

In dieser Woche lautete das Thema „Evidence-based Management“. Zuvor habe ich noch nie von diesem Begriff gehört. Somit war ich voller Erwartungen, was hinter dem Thema steckt. Nachdem Vortrag war ich zwar etwas schlauer, jedoch muss ich zugeben, habe ich es beim ersten Mal hören als ein recht schwieriges Thema empfunden. So machte ich mich zu Hause mit dem Thema besser vertraut und nachdem Einlesen ist es gar nicht mehr so schwierig.

Evidence-based Management „kennzeichnet eine Bewegung aus den USA (…), wonach Managemententscheidungen durch expliziten Gebrauch bestmöglicher wissenschaftlicher Methoden und Befunde getroffen werden sollten“ (Brodbeck, 2008,S.4). Denn Managemententscheidungen basieren häufig nur auf persönlichen Kenntnissen und Erfahrungen der Manager und altbewerten Methoden, ohne aktuelle Forschungsergebnisse einzubeziehen (Holzmann, 2016, S.134).

Ursprünglich kommt dieser Ansatz aus der Medizin und wurde auf das Management übertragen. In der Medizin sind die Prinzipien weit verbreitet, jedoch nicht so im Managementbereich wie im Paper von Brodbeck (2008) deutlich wird. Hier wird zwischen der Anwendung im deutschsprachigen Raum und den USA unterschieden. In den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich Evidence-based Management kaum etabliert, da hinter dem Beruf im Management keine bestimmte festgelegte Ausbildung steckt und es ebenso keine Einhaltung eines Ehrenkodexes verlangt. Des Weiteren wird argumentiert, dass Manager über kein verbindliches Know-how und Handlungskompetenzen verfügen müssen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Ausbildung an amerikanischen Business Schools. Dort werden die Studenten nicht mit der Nutzung wissenschaftlicher Beweise für ihre berufliche Praxis vertraut gemacht.

In deutschsprachigen Ländern ist evidenzbasiertes Management nahezu unbekannt, so Brodbeck (2008). Hierbei beruft er sich auf eine Internetrecherche aus dem Jahr 2007. Als Ergebnis kam heraus, dass zu über 90% auf Verfahren aus der Medizin verwiesen wird, wenn unter dem Schlagwort evidenzbasiertes Management gesucht wird. Nur ca. 10% der evidenzbasierten Managementseiten beziehen sich auf den Managementbereich. Jedoch denke ich, dass sich die Ergebnisse im Zeitverlauf bereits geändert haben und es nicht unbedingt heißen muss, dass Evidence-based Management nicht in deutschen Unternehmen angewendet wird.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Oder sind euch aktuelle Studien zur Anwendung von Evidence-based Management bekannt?

Quellen:

 Brodbeck, F. (2008). Evidenzbasiertes (Veränderungs-) Management. Organisationsentwicklung, Vol. 1, S. 4-9.

Holzmann, R. (2016). Betrug und Korruption im Experiment: Ansätze für ein evidenzbasiertes Compliance-Management. Wiesbaden: Gabler Verlag.

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2 Gedanken zu “Evidence-based Management

  1. Hallo BlogUniBlog,
    super, dass du nochmal die Anwendung des EbM länderspezifisch differenziert hast. Das war mir während des Vortrages gar nicht so deutlich geworden, dass dieses in den USA populärer ist als in Deutschland. Ich muss dir auch zustimmen, dass das EbM im deutschen Raum eher weniger verteilt ist als in anderen Staaten. Aber ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren hierzu eine steigende Tendenz verzeichnen könnten.
    Nun noch eine Erkundung bezüglich deines Einstieges „Thinking outside the box.“. Schau dir mal bitte die Folie 14 des entsprechenden Referates an! Im Laufe des Vortrages habe ich mir die Frage gestellt, wo ich den Wissensmanager einordnen könnte. Ich würde ihn einfach um den gesamten Kasten/die Box platzieren. Was sagst du zu meiner Idee? Über eine Antwort deinerseits würde ich mich sehr freuen. 🙂

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    1. Hey,
      danke dir. Ich bin wirklich gespannt, wie es sich in den nächsten Jahren entwickeln wird.
      Bezüglich der Einordnung des Wissensmanager in Folie 14 stimme ich dir zu. Er sollte ja sozusagen über den Tellerrand schauen, für Neues offen sein und hinterfragen.

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