Wissensmanager & Wissensbilanz

concept business

In dieser Woche drehte sich alles um das Thema Wissensmanager und Wissensbilanz. Dabei möchte ich besonderes Augenmerk auf die Wissensbilanz legen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Bilanz, die man beispielsweise aus der Buchführung kennt – nämlich die Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva, sondern die Wissensbilanz ist ein strategisches Managementinstrument, welches die immateriellen Vermögensgegenstände einer Firma erfasst, bewertet und in strukturierter Form ausweist (BMWi, 2008, S.6). Sie „ergänzt daher die klassischen, finanzspezifischen Geschäftsberichte um bisher vernachlässigte weiche Faktoren und ermöglicht so eine umfassendere, zukunftsorientierte Ansicht und Bewertung des Unternehmens“. (BMWi, 2008, S.6)

Von immer größerer Bedeutung werden Innovationen und Knowhow der Mitarbeiter um einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen, wohingegen materielle Vermögenswerte wie Maschinen oder Gebäude in den Hintergrund rücken.

Bei meiner Recherche bin ich auf eine interessante Studie „Wissensstandort Deutschland“ gestoßen. Die Studie beschäftigt sich, wie Unternehmen ihr Intellektuelles Kapital managen und welche immateriellen Ressourcen im Mittelpunkt stehen. Dabei möchte ich nur auf bestimmte Ergebnisse eingehen.

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der wissensorientierten Unternehmensführung zählen:

  • Fachkompetenz,
  • Kundenbeziehungen,
  • Mitarbeitermotivation,
  • soziale Kompetenz und
  • Führungskompetenz.

All diese Faktoren beziehen sich auf das Humankapital ausgenommen Kundenbeziehungen. Diese gehören zum Beziehungskapital.

In dieser Studie wurde auch deutlich, dass Unterschiede in Bezug auf Branche, Alter und Größe der Unternehmen festzustellen sind. Beispielsweise wird beschrieben, dass junge Firmen (gegründet ab 2000) besser im Human- und Strukturkapital aufgestellt sind als ältere. Im Gegensatz dazu sind die materiellen Ressourcen bei älteren Unternehmen (gegründet vor 1970) bedeutender als bei jüngeren.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass 9,9 % der befragten Firmen angaben, eine Wissensbilanz erstellt zu haben. Was ich als ein relativ geringer Prozentsatz empfinde. So auch Prof. Leif Edvins­son, der als Vorreiter der „Wissensbilanz –Made in Germany“ gilt: „Deutschland hat eine der besten Methoden zur Erfassung des Intellektuellen Kapitals weltweit […] aller­dings findet die Methode noch nicht die Verbreitung, die eigentlich notwendig wäre“ (http://www.akwissensbilanz.org/Infoservice/Infomaterial/WissensWert_Ausgabe14_Aug2011.pdf abgerufen am 08.11.2016).

Wer sich für weiterführende Literatur interessiert, findet auf der Webseite Arbeitskreis Wissensbilanz verschiedene Newsletter, die sich rund um das Thema Wissensbilanz drehen und Unternehmen vorstellt, die Wissensbilanzen erstellen, wie die Helmut Beyer GmbH hier.

 

Quellen:

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). (2008). Wissensbilanz –Made in Germany. Wissen als Chance für den Mittelstand. Berlin.

WissensWert. Aktuelles rund um die „Wissensbilanz – Made in Germany“. Zugriff am 08.11.2016 unter  http://www.akwissensbilanz.org/Infoservice/Infomaterial/WissensWert_Ausgabe14_Aug2011.pdf

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3 Gedanken zu “Wissensmanager & Wissensbilanz

  1. Ich stimme dir vollkommen zu. 9,9% ist für die heutige Zeit eine viel zu geringe Prozentzahl an Firmen mit einer Wissensbilanz. Davon abziehen muss man noch die Firmen, die nicht genau Wissen was das überhaupt ist, aber erst mal ja gesagt haben. Die Frage die sich mir dann aber stellt ist, ob die Wissensbilanz und der Wissensmanager aus der Theorie, wirklich so wichtig für ein Unternehmen sind, wenn über 90% der Unternehmen in der Praxis darauf verzichten können…

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  2. Da frage ich mich, ob 90 % der Unternehmen darauf verzichten können oder aber das Wissen und/oder Ressourcen darüber fehlen, oder die Kosten bzw. der Zeitaufwand zu hoch sind?!

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  3. Hallo, ich finde die Studie zum Wissensstandort Deutschland, die du ansprichst sehr interessant. Dass jüngere Unternehmen besser beim Human- und Strukturkapital aufgestellt sind kann ich mir gut vorstellen, da sie gleich von Beginn an die Prioritäten anders gesetzt haben. Ich denke dieses Umdenken, dass das Humankapital wichtiger bewertet wird, als materielle Ressourcen, hat vor allem in den Jahren seit der Jahrtausendwende stattgefunden.

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